Imker-ABC

  • Bienenweide

    Blattläuse an der Unterseite zweier Eichenblätter

    Blattläuse an der Unterseite zweier Eichenblätter

    Unter diesem Begriff versteht man alle Pflanzen und Bäume von denen die Bienen Nektar und Pollen sammeln können. Bei den blühenden Pflanzen sind es oft nur die Nektarien in den Blüten die den Nektar absondern. Es gibt aber auch Wild und Nutzpflanzen die zusätzlich aus extrafloralen Nektarien Nektar abscheiden. Der bekannteste Vertreter dieser Art ist bei den Nutzpflanzen die Pferdebohne. Zu den Nahrungsspendern der Bienen zählen aber auch die Pflanzenläuse, die mit ihren Mundwerkzeugen die Siebröhren der Pflanzen anstechen und den unter Druck stehenden Siebröhrensaft aufnehmen. Den größten Teil des Siebröhrensaftes scheiden diese Läuse aber wieder unverdaut aus, so dass sowohl Bienen wie auch Ameisen und auch noch andere Lebewesen davon ihren Nutzen haben. Aus den aufgenommenen Pflanzensäften bereiten die Bienen durch Eindickung und unter Hinzufügung körpereigener Stoffe (Enzyme) den energiereichen Honig, um davon im Winter zu leben.

    Ein jedes Lebewesen benötigt für seine Entwicklung Eiweiß, Eiweiß gibt es für die Bienen nur in Form von Pollen, den die blühenden Pflanzen in den Staubgefäßen der Blüten für die Bienen bereithalten, um davon dann bestäubt zu werden. Die Pollenkörner werden von den Bienen in den "Körbchen" der Hinterbeine gesammelt und in den Stock transportiert. Dort wird er eingelagert und durch eine Art der Milchsäuregärung haltbar gemacht. Die Bienenbrut benötigt für seine Entwicklung sehr viel Pollen, auch die Bienen benötigen ihn, um sich im Spätsommer ein dickes Fetteiweißpolster anzufressen, damit sie den Winter gut überstehen und um davon im Frühjahr die erste Brut aufzuziehen.

    Ein Bienenstand sollte so gewählt sein, dass das ganze Jahr über ein Nektar- und Pollenangebot herrscht, damit nie eine Mangelsituation die Entwicklung der Völker behindert. "Massentierhaltungen" mit mehr als 25 Völker auf einem Stand sind unbedingt zu vermeiden, ideal sind 15 bis 20 Völker, da kann es nicht zu Trachtmangel kommen. Auch sollte man von seinem imkerlichen Nachbarn mindestens zwei Kilometer Abstand halten, damit es nicht zu Trachtkonkurenz kommt.

    Geert Staemmler