Blütenbestäubung

Bestäubung
Schon im 18. Jahrhundert entdeckte Christian Conrad Sprengel den Nutzen der Bienen bei der Bestäubung von Nutz- und Zierpflanzen. Zu Lebzeiten verhallte sein Rufen ungehört, heute weiß man vom Nutzen der Bienen bei der Bestäubung nicht nur von Nutzpflanzen. Reichliche Erträge vieler Obstsorten hängen nur von der Bestäubungstätigkeit der Bienen ab. Die Biene ist die einzige Insektenart, die als volkreiches Individuum aus dem Winter kommt und damit in erster Linie für die Bestäubung der Natur und den Nutzpflanzen der Menschen verantwortlich ist.
Hummeln geben auch einen gewissen Nutzen für die Bestäubung ab, kommen aber bei weitem nicht an die Individuenzahl heran wie ein Bienenvolk. Die Bestände der wilden Insektenarten werden durch die Zivilisation mit all ihren negativen Auswirkungen erheblich in ihrer Ausbreitung behindert, so dass für eine ausreichende Bestäubungstätigkeit nur die Honigbiene noch in Betracht kommt. Honigbienen lassen sich auf Grund ihrer Haltung gezielt für die Bestäubung einsetzten, sie lassen sich leicht transportieren und aufstellen. Sie besitzen einen großen Sammeleifer weil sie weit aus größere Völker unterhalten müssen als z.B. die Hummeln, die Honigbiene ist im Gegensatz zur Hummel weitgehend blütenstet, sie bleibt dadurch einer Trachtpflanze so lange treu, bis der Nutzen den Aufwand nicht mehr gerecht wird und sie besitzt eine große Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Blütenformen.
Durch ihre Art der Kommunikation, ist es dem Bienenvolk möglich, mit relativ wenigen Kundschaftern und wenig Aufwand viele Stockinsassen zu mobilisieren. Viele Wissenschaftler haben sich mit der Bestäubungstätigkeit der Bienen auseinandergesetzt. So haben unter anderem ZANDER, EWERT, WEPRIKOW oder auch COOK und HOOPER bereits vor Jahren herausgefunden, dass es bei der Bestäubung von Obst und Gemüsesorten durch die Bienen zu erheblichen Mehrerträgen kommt.
Zu Beginn der chemischen Bekämpfung der Pflanzenschädlinge in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist es zu beträchtlichen Bienenverlusten gekommen und die Ernteerträge im Obstanbau gingen drastisch zurück. Ende der 30er Jahre setzte dann ein Umdenkungsprozess ein, der die Bienenhaltung während der Blütezeit in den Obstanlagen des Alten Landes schützte und förderte, und die Ernten der Süßkirschen waren wieder mehr als reichlich.
Geert Staemmler